letzter Eintrag

Dienstag, 10.09.2013

Meine Chinareise ist gestern zu Ende gegangen. Gegen 12.30 Uhr sind wir mit dem Flugzeug nach Frankfurt geflogen und gegen 18 Uhr in Deutschland angekommen.

Insgesamt hat mir der Aufenthalt in China sehr gut gefallen und ich nehme viel davon mit, an Erfahrungen, neuen Bekanntschaften und erweiterten Sprachkenntnissen. Obwohl ich gerne noch etwas länger dageblieben wäre, freue ich mich auch wieder in Deutschland zu sein. Zum Beispiel freue ich mich auf deutsches Brot und mein weiches Bett, denn Schlaf habe ich nach der anstrengenden Rundreise mal dringend nötig!  Zwinkernd

Mein Blog endet also heute und ich hoffe, dass ich euch damit wenigstens einen kleinen Eindruck vermitteln konnte, was ich in China alles erlebt habe.

再见!

Shanghai

Montag, 09.09.2013

Die letzte Etappe unserer Chinareise ist Shanghai gewesen. Diesmal sind wir erst nachmittags mit dem Zug weitergefahren. Für den Zug wird man wie beim Flughafen kontrolliert und man kann nur mit seiner Fahrkarte auf das entsprechende  Bahngleis kommen, sobald der Check-In dafür geöffnet ist. Der erste Eindruck war aber allerdings alles andere als positiv: an einer U-Bahn-Station musste wir die Koffer vier Treppen zur U-Bahn hochschleppen. Sogar an der Metrostation des Bahnhofs gab es an dem Ausgang weder Rolltreppe noch Aufzug!

Bahnhof von Hangzhouhier geht es zum Gleis

 Abends sind wir in den „Zirkus“ von Shanghai gegangen. Obwohl ich bereits vor zwei Jahren ebenfalls dort war, hat es mir wieder sehr gut gefallen!

Für den nächsten Tag hatten wir die Hauptsehenswürdigkeiten von Shanghai geplant. Also sind wir zuerst zum Yu-Garten gefahren. Laut unserem Reiseführer sollte man gerade dann in den Garten gehen wenn es regnet,  denn dann kann man dem Klang der Regentropfen lauschen, die auf die Bananenblätter fallen. Nun, an diesem Tag hat es sogar wirklich geregnet. Leider konnten wir die Tropfen auf diesen aber Blättern nicht hören, weil die Pflanzen nicht direkt zugänglich waren oder von dem Lärm der Touristen übertönt wurden. Anscheinend können die künstlichen Felsen im Yu-Garten bewegt werden, denn sonst wäre dieser Felst wahrscheinlich nicht in dem Pavillon gelandet:

der Yu-GartenFels im Yu-Garten

Nachdem wir die berühmten Teigtaschen 小笼包 (Xiaolongbao) gegessen hatten, ging es weiter zum People Square und in das Shanghaier Museum. Von dort sind wir in Richtung Bund gelaufen. Unterwegs wollten wir in einem großen Bücherladen mit mehreren Stockwerken Postkarten kaufen. Zweimal wurden wir in ein anderes Stockwerk geschickt und uns dann gesagt, dass es wohl keine gebe. Schließlich haben wir die Karten dann selbst im  Erdgeschoss gefunden.  Obwohl der Bücherladen so groß ist, war die Auswahl der Postkarten dort doch sehr bescheiden. Zum Abschuss des Tages haben wir uns den Bund angeschaut und auf den Übergang von Tag zu Nacht gewartet. Eigentlich hatten wir überlegt, in einen der großen Türme hochzufahren. Da es an diesem Tag aber sehr dunstig war, haben wir es gelassen und uns entschieden, bei besserem Wetter noch einmal wiederzukommen.

Bund und Pudong bei schlechtem Wetter bei besserem Wetter

Am Freitag sind wir nach Suzhou gefahren, das als Venedig des Ostens bezeichnet wird. Das Wetter war mit den Regen aber immer noch so schlecht, dass es nicht allzu viel Spaß gemacht hat, durch Suzhou zu laufen. Auch der Garten, den wir besucht haben, war nur sehr wenig besucht. Davon abgesehen war der Garten aber sehr schön, er hatte viele kleine Pavillons und Hügel, von denen man auf die Teiche blicken konnte.  Jedoch muss man auch hier wie bei den chinesischen Tempeln sagen, dass sich die Gärten alle in ihrer Gestaltungsweise sehr ähneln.

in Suzhou in einem Suzhouer Gartenin Suzhou

Später habe ich mich mit meiner Gastschwester von meinem Auslandspraktikum in Shanghai getroffen. Sie hat uns mit zu sich nach Hause genommen, sodass ich auch meine Gasteltern wiedersehen konnte und meiner Mutter zeigen konnte, wo ich während dem Praktikum gewohnt habe. Mit ihnen sind wir typisch Chinesisch essen gegangen. So haben wir zum Beispiel Entenfüße probiert, sowie Tofu und eine bestimmte Zubereitung von Garnelen. Obwohl ich Garnelen und Entenfüße eigentlich nicht esse, habe ich beides probiert und ich muss sagen, dass man es sogar essen kann. Das Probieren hat mir dann aber auch gereicht. ;)

links die EntenfüßeGarnelen

Unser nächstes Ziel lag etwas außerhalb Shanghais, mit einem Bus sind wir zu der Altstadt Zhujiajiao gefahren. Vor zwei Jahren hat es mir trotz des vielen Tourismus dort sehr gut gefallen, weil es eine Altstadt im typisch chinesischen Stil ist. An unserem Ausflugstag hat es diesmal aber immer noch geregnet und die Altstadt wirkte um einiges verlassener als vor zwei Jahren. Dort haben wir eine Lotusfrucht probiert, die an vielen Straßenständen in China verkauft wird. Dafür musste man die Samen aus der Frucht rauspulen. Diese werden als Snack gegessen und haben keinen besonders ausgeprägten Geschmack. In ihrer Art ähneln sie vielleicht am ehesten Nüssen.

Zhujiajiaoin Zhujiajiao Lotusfrucht Lotusfrucht 2

An unserem letzten Tag sind wir zu dem Jadebuddha-Tempel gefahren. Dieser liegt mitten in der Stadt, sodass man vom Innenhof aus die umstehenden Hochhäuser sehen kann. In zwei Nebenhallen konnten wir sogar miterleben, wie ein bestimmtes buddhistisches Ritual ausgeführt wurde, dass ich aber nicht kenne. Dabei wurde Musik im Hintergrund gespielt und ein paar Mönche haben Schlaginstrumente gespielt.

der Jadebuddha-Tempel

Unser nächstes Ziel war die Kathedrale von Shanghai. Vor der Kathedrale konnten wir viele chinesische Bräute in weißem Brautkleid mit roten Schuhen sehen, die sich vor der Kathedrale fotografieren ließen. Innen sah die Kathedrale fast genauso aus wie eine europäische, allerdings standen auf Seitenaltären Räucherstäbchen.

die Kathedrale Xujiahuiin der Kathedrale

Am Abend sind wir noch einmal zum Bund zu gefahren, um einen Abschlussblick auf die schöne Uferpromenade bei Nacht werfen zu können.  Da diesmal das Wetter wieder besser war, war es einfach wunderschön dort und ich hätte noch viel länger bleiben können!

bei Nacht  

Hangzhou

Mittwoch, 04.09.2013

Unser Hotel in Hangzhou liegt direkt an einer Übergang von Schnellstraßen, sodass eine der Straßen sogar auf dem Eingang des Hotels liegt.  Zum Glück haben wir von dem Straßenlärm nichts in unserem Zimmer mitbekommen.

Hotel und Straße

Die Stadt Hangzhou hat mir sehr gut gefallen, vor allem, da sie sehr grün ist. An einem Tag haben wir uns öffentliche Fahrräder ausgeliehen, mit denen wir von dem Westsee aus zu einem Teemuseum gefahren sind und von dort aus weiter durch Teeplantagen zu der Drachenquelle und den neun Flüssen gefahren. Es hat richtig Spaß gemacht mal wieder mit dem Fahrrad unterwegs zu sein, auch wenn diese sehr klapprig waren und es gedauert hat, bis wir welche gefunden hatten, bei denen der Sattel annähernd hoch genug eingestellt war. Das Teemuseum war sehr interessant, da es sowohl über die chinesische Teekultur, als auch über die einzelnen Teesorten und deren Zubereitung informiert hat. Auf dem Weg zu dem Drachendorf gab es viele Teeplantagen und Felder, die ich mir jedoch etwas größer vorgestellt hatte. Die Hauptstraße des Drachendorfes ist sehr touristisch geprägt, immer wieder wurden wir gefragt, ob wir nicht Tee trinken wollen oder etwas essen möchten. Die neun Flüsse haben wir daran erkannt, dass wir immer wieder von dem Fahrrad absteigen mussten, um eben diese Flüsse zu durchqueren. Am Ende des Weges wurden wir dafür mit einem kleinen Wasserfall und einer Brücke belohnt. Zum Schluss unserer Tour haben wir das Seidenmuseum besucht, welches allerdings nur sehr wenig besucht war. Im Nebengebäude gab es einige Verkaufsläden für Seide.

  im Teemuseumim Seidenmuseum

Außerdem haben wir uns die Pagode der Sechs Harmonien am Westsee angeschaut. Die Treppen vor der Pagode werden durch Rolltreppen ergänzt und von innen führt ein Aufzug bis zur obersten Etage. Von dort hat man einen schönen Blick auf den Westsee. Die unteren Etagen waren aber eigentlich noch schöner, weil dort im Gegensatz zur obersten Etage nur sehr wenige Touristen waren. Auch Innen war sie sehr schön gestaltet, zum Beispiel wurden kunstvolle Holzschnitzereien ausgestellt, die die Entstehungssage der Pagode dargestellt haben.

Pagodedie Pagode mit Rolltreppe

Abends haben wir uns eine Wassershow am Westsee angeschaut. Jede halbe Stunde wurde diese erneut mit einer anderen "Choreografie" und anderen Liedern durchgeführt. Dies war einer der schönsten Momente meiner Chinareise, an dem ich es einfach genossen habe, hier in China zu sein. Allerdings waren mehrere Fotografen sehr nervend, da sie per Mikrofon ihre Kunden vor die Fontänen dirigiert haben und damit sowohl die Sicht auf die Wassershow als auch die Musik gestört haben.

  Sonnenuntergang am WestseeBoot bei Nacht auf dem Westsee

Huangshan

Montag, 02.09.2013

In den letzten zwei Tagen waren wir in Huangshan. Dort haben wir in einer typischen Touristenstraße gewohnt. Das war auch mal ganz interessant, denn so konnten wir die Verkäufer beobachten, wie sie morgens und abends ihre Stände auf- bzw. abgebaut haben und wir konnten direkt vor der Haustür gemütlich an den einzelnen Ständen entlanglaufen. Die Stadt von Huangshan hat auf mich eher wie ein verschlafenes Nest gewirkt, dass sehr vom Tourismus durchdrungen ist. Bereits um 17.30 Uhr ist zum Beispiel der letzte Bus zum Hotel gefahren.

eine Touristen-Gasse

Gestern haben wir uns um halb sieben aufgemacht, um den Berg Huangshan zu erklimmen. Mit mehreren Bussen ging es dann schonmal ein paar Meter den Berg hinauf bis zur Seilbahnstation. Da wir von vielen Berichten gelesen hatte, wie mühsam der Aufstieg sein kann, haben wir uns entschlossen die Seilbahn zu nehmen, schließlich wollten wir am gleichen Nachmittag wieder vom Berg herunter um unseren Bus zum Hotel noch zu bekommen. Manche Bergsteiger übernachten in einem Berghotel, um am nächsten Morgen den Sonnenaufgang mitzuerleben und erst dann wieder herunterzusteigen. In der Seilbahn waren wir dann auch sehr froh über unsere Entscheidung, denn es ging ziemlich steil bergauf. Nachdem wir oben auf dem Berg ein paar Schritte gelaufen waren, kamen uns schon die ersten "Sänftenträger" entgegen, denn für mehrere hundert Yuan kann man sich auch auf dem Berg herumtragen lassen.

Außerdem haben wir mehrere Männer gesehen, die über beide Schultern einen Stab hatten und daran schwere Lasten hängen hatten. Es war zum Teil schon sehr nervenaufreibend mitanzusehen, wie diese Leute über die Wege balanciert sind, da es an vielen Stellen gar keine Absperrung gab.

Lastenträger auf dem Huangshan

Ein sehr schönes Erlebnis auf dem Berg war, mehrere Affen in freier Natur zu beobachten. Bereits in der Seilbahn wurde darauf hingewiesen, wie man sich ihnen gegenüber (nicht) verhalten soll. Leider mussten wir feststellen, wie einige Touristen sich überhaupt nicht daran gehalten haben und die Affen gereizt haben.

Auf der Suche nach den einzelnen Attraktionen auf dem Berg sind wir auf eine Gruppe Chinesen gestoßen, die sich angeboten haben, uns mit zum Nordwolkenmeer zu nehmen. Das war das Beste, was uns an dem Berg passieren konnte. Nachdem ich auf Chinesisch gesagt hatte, dass wir Deutsche sind und so ihrem Raten ein Ende machte, waren wir gleich ihre deutschen Freunde und sie waren sehr belustigt darüber, dass ich etwas Chinesisch sprechen kann (zum Beispiel: "Sie kennt das Wort ´xiuxi´"! ). Die Verständigung lief dann auch eher auf Chinesisch ab, da sie nur sehr wenig Englisch sprechen konnten. Ein Wolkenmeer gab es an dem Tag allerdings nicht richtig, da nur sehr wenige Wolken zu sehen waren. Dafür war aber die Sicht auf den Berg und die Landschaft wunderschön und beeindruckend. Von dem Nordwolkenmeer sind wir mit der chinesischen Gruppe zum nächsten Aussichtspunkt gelaufen. Dort hatten die Männer dann auf einmal einen Bergführer engagiert. Da wir die gleichen Ziele hatten, wurden wir von ihnen eingeladen, die Führung mitzumachen. Von den Erklärungen des Führers habe ich nicht wirklich viel verstanden, aber so wurde uns immerhin gezeigt, wo die einzelnen Plätze auf dem Berg sind und dass zum Beispiel ein Bergstück wie ein Fisch aussieht. Alleine hätten wir diese Formen in den Bergen wahrscheinlich nur sehr schwer, bzw. gar nicht erkannt.

wer erkennt den Fisch?

Außerdem war es sehr lustig, sich mit der Gruppe zu unterhalten. Der Führer der Gruppe war besonders engagiert, uns die anderen Personen vorzustellen. Geduldig hat er mir dann auch alles mehrmals gesagt, bis ich endlich mit Hilfe ein paar englischer Brocken von ihm die Bedeutung raushatte. Einer wurde als "Chef" vorgestellt, er hat auch alles für die Gruppe bezahlt, ein anderer war ein Bürgermeister und er selbst ist anscheinend Förster von Beruf. Jetzt kenne ich immerhin neue, mehr oder weniger wichtige Wörter auf Chinesisch, wie zum Beispiel "Kiefer" (es gibt davon viele auf dem Huangshan), "Daumen" (so sieht eine Bergspitze aus) und "Bürgermeister".

die Willkommenskiefer

Bis zum Fuße des Berges waren wir mit dieser Gruppe unterwegs und dort haben sie sich sogar noch darum gekümmert, dass wir mit dem richtigen Bus wieder zur Stadt fahren können.

unsere Ausflugsgruppe

Insgesamt also ein sehr gelungener Ausflug!

 

Nanjing

Donnerstag, 29.08.2013

Mal wieder haben wir eine Nacht im Liegebus verbracht. Diesmal war die Fahrt allerdings etwas kürzer und die Pause von etwa 2 Stunden um 2 Uhr am Morgen habe ich einfach verschlafen. Das leichte Gefühl von Entspannung war dann spätestens am Fernbusbahnhof wieder ganz weg, als wir versucht haben ein Taxi zum Hotel zu finden. Am Anfang schien alles sehr leicht, denn dort gibt einen offiziellen Taxistand, an dem man nach der Reihe das nächste Taxi erhält. Der Taxifahrer, den wir erwischten, kannte aber die Adresse unseres Hotels gar nicht. Und während wir ihn noch gefragt haben, war er bereits losgefahren! Zum Glück konnten wir ihn dazu bewegen, dass er uns an der nächsten Kreuzung wieder rausgelassen hat. Nun hieß es, sich ein Taxi herbeizuwinken, was wiederum nicht gerade einfach war, weil entweder die Autos schon besetzt waren,  andere Chinesen bereits das Taxi belagerten oder die Taxifahrerer ebenfalls nicht wussten, wo unsere Adresse liegt. Schließlich haben wir es aber trotzdem geschafft anzukommen und sind von dort nach einem kurzen Check-In direkt weiter zur Gedenkstätte des Nanjing-Massakers gefahren. Die U-Bahn in Nanjing besteht zum Glück nur aus 2(,5) Linien, sodass es sehr übersichtlich ist.

Die Gedenkstätte des Nanjing-Massakers ist sehr groß, auf dem Weg zum Eingang läuft man an Figuren von Opfern des Massakers vorbei, zu denen jeweils ein Zitat steht. So wird man direkt auf den Hintergrund dieser Gedenkstätte eingestellt.

Gedenkstätte des Nanjing-Massakersin der Gedenkstätte

In dem Museum der Gedenkstätte, die u.a. mit Videos von Zeitzeugenberichten über das Nanjing-Massaker informiert, findet man diese Zitate dann wieder. In dem Museum haben wir auch Informationen über John Rabe gefunden, der dort mit anderen Ausländern eine Sicherheitszone errichtet hatte und so viele Menschenleben gerettet hat. Wer sich dafür interessiert, sollte sich den Film John Rabe anschauen, er ist sehr informativ und eindrucksvoll. Ein Raum, in dem alle 12 Sekunden ein Foto eines Opfers angeleuchtet wurde, hat die große Zahl der 300.000 Opfer sehr gut verdeutlicht.

John Rabe

Heute Abend haben wir es dann mal ruhig angehen lassen und den Blick von unserem Zimmer auf die Stadt genossen.   

  Blick aus unserem Zimmer Blick aus unserem Zimmer 2 bei Nacht

Xi´an

Dienstag, 27.08.2013

Gestern haben wir die berühmte Moschee von Xi´an besichtigt. Auch diese ist im chinesischen Stil aufgebaut. Im Moslemviertel habe ich mich fast wie auf einer Fressstraße in Peking gefühlt, denn dort gab es ebenfalls viele verschiedene und unbekannte Sachen zu essen.

Heute haben wir das Hauptziel unserer Reise nach Xi´an besichtigt: die Terrakotta-Armee. Es war schon ein tolles Gefühl, diese endlich mit eigenen Augen zu sehen! Auch die laufenden Ausgrabungen fand ich sehr interessant.  Von freiwilligen chinesischen Studenten wurde angeboten, dass sie kostenlos entweder auf Französisch oder Englisch etwas über die Terrakotta-Armee erzählen. Das war natürlich klasse, denn so hatten wir unsere eigene kleine Führung. Später wurde uns sogar noch von einem 11-jährigen Chinesen in perfektem Englisch angeboten, mit uns eine kleine Führung zu machen. Er lernt seit 8 Jahren Englisch und nutzt anscheinend gerne die Gelegenheit, dieses mit Ausländern zu üben. Vor allem hier in Xi´an habe ich den Eindruck, dass viele Leute sich freuen, wenn sie ihr Englisch mal ausprobieren können.

Terrakotta-Armee 1 Terrakotta-Armee 2 Terrakotta-Armee 3 

Abends haben wir mit dem Fahrrad die Stadtmauer von Xi´an umrundet. Mit chinesischer Musik im Hintergrund und einem kühlen Lüftchen war das genau das richtige nach den letzten anstrengenden Tagen! Vor allem die Ecktürme der Stadtmauer sind abends sehr schön beleuchtet.

die Stadtmauer bei Nachtmit dem Fahrrad auf der Stadtmauer

Der zweite Teil

Montag, 26.08.2013

Unsere Reise durch China hat jetzt begonnen: mit einem Liegebus sind wir ca. 20 Stunden bis nach Xi´an gefahren. Wobei - gefahren sind wir eigentlich nur etwa 15 Stunden. Gegen 12 Uhr in der Nacht hat unserer Busfahrer an einer Raststätte angehalten, sich draußen auf eine Matte gelegt und geschlafen. Erst dachten wir, es wäre nur eine kurze Pause, vielleicht eine halbe oder ganze Stunde. Dann wurde aus der Stunde anderthalb Stunden, dann zwei. Irgendwann bin ich wieder auf meinen Liegeplatz gekrochen und habe versucht, zu schlafen. Erst um kurz vor 5 ging es wieder weiter! Die Busfahrt an sich war ganz in Ordnung, jeder hatte seine eigene, relativ kleine Liege. Trotzdem freue ich mich jetzt auf mein Hotelbett, denn ich bin sehr müde!

Liegebus

Ein bisschen besichtigt haben wir natürlich auch, mehr Berichte gibt es in den nächsten Tagen.

Gute Nacht!

Fazit: erster Teil meiner Chinareise

Montag, 26.08.2013

Der erste Teil meiner Chinareise ist nun vorbei. Der Sprachkurs ist erfolgreich abgeschlossen und die letzten Sehenswürdigkeiten haben wir besichtigt. Diese fünf Wochen in Peking haben nach der ersten Eingewöhnungsphase richtig viel Spaß gemacht und ich nehme einige neue Erfahrungen mit. Außerdem konnte ich meinen Chinesisch-Wortschatz noch um einige nützliche Vokabeln erweitern und hoffe, dass ich sie in den nächsten 2 Wochen vielleicht auch gebrauchen kann.

Am Samstag haben wir den Sommerpalast besichtigt. Der Park mit dem Kunming-See war sehr schön, doch leider wird das Marmorboot gerade restauriert, sodass ich es nicht sehen konnte und auf dieses hatte ich mich eigentlich am meisten in dem Park gefreut. Interessant war dafür, dass man an einem Objekt restaurierte und nicht-restaurierte Abschnitte sehen konnte. So konnte man gut einen Eindruck davon erhalten, wie farbenprächtig es früher ausgesehen haben muss und gleichzeitig sehen, wie viel davon heute noch erhalten geblieben ist. Sehr gut gefallen hat mir auch, dass in dem Theaterhaus verschiedene kleine Aufführungen gezeigt wurden, sodass man auch damit einen kleinen Eindruck von der damaligen Zeit erhalten konnte. In dem Park gibt es sogar eine Straße, die in dem Stil von der Stadt Suzhou erbaut wurde. Das werden wir bei unserer Ankunft in Suzhou natürlich gleich überprüfen!

der Kunming-See die 17-Bogen-Brücke Vorstellung 1 Vorstellung 2 so hätte es ausgesehen... oben: restauriert - unten: nicht restauriert

Der letzte Abend hatte es dann noch in sich, denn als wir nach dem Ausflug zurückkamen, war plötzlich der ganze Campus dunkel! In unserem Wohnheim war sogar nicht nur der Strom ausgefallen, sondern wir hatten auch kein Wasser mehr! Also wurde die Taschenlampe ausgepackt und ein Teil im Dunkeln zusammengepackt. Später sind wir dann nochmal etwas außerhalb des Campus gelaufen, um ein bisschen frische Luft zu bekommen, denn ohne Klimaanlage wurde es in unserem kleinen Zimmer sehr schnell stickig. Auf der Straße hatten sich viele kleine Stände aufgebaut, auf denen verschiedenste Sachen verkauft wurden. Da dort fast nur Chinesen waren, war die Atmosphäre um einiges angenehmer als in den großen Märkten.

Die letzten paar Tage...

Donnerstag, 22.08.2013

...gingen wie im Flug vorbei! Wir haben jeden Tag etwas besichtigt und ich bin irgendwie noch gar nicht darauf eingestellt, dass es in wenigen Tagen weiter nach Xi´an geht.

Gestern bei der Zertifikatsübergabe und dem Abschlussessen waren übrigens doch wieder fast alle meiner Klassenkameraden da. ;) Das Essen war richtig lecker, es gab verschiedene chinesische Gerichte und sogar Pekingente! 

meine Chinesischklasseleckeres Essen

Heute waren wir in der Verbotenen Stadt. Obwohl heute Donnerstag ist, waren schon ziemlich viele Menschen in der Verbotenen Stadt, ich will gar nicht wissen, wie gedrängt das am Wochenende sein kann. Nachdem wir in den letzten Wochen schon alle möglichen Tempel und Wohnhäuser abgeklappert haben, hat die Verbotene Stadt nicht mehr ganz so großartig auf uns gewirkt. Natürlich war es sehr interessant, den Aufbau zu erkunden und in die einzelnen Hallen und Ausstellungen reinzuschauen, aber von außen glichen sich die Gebäude dann doch sehr. Die Uhrenausstellung war sehr interessant, ich wusste gar nicht, dass man Uhren auf so viele verschiedene Weisen benutzen kann! So gab es zum Beispiel eine Uhr mit Polster, die einem größeren Würfel glich und auf dem sich der Kaiser bei Bedarf abstützen und ausruhen konnte. 

Die Verbotene Stadt die Uhr 

Prüfungen und die letzten Unterrichtstage

Mittwoch, 21.08.2013

Am Montag war es dann soweit: die schriftliche Chinesischprüfung begann um 8 Uhr und danach hatten wir unsere mündliche Prüfung.

Im Vorhinein hatte die Lehrerin uns schon gesagt, wie die Prüfungsaufgaben aussehen werden und nach dem Himmelstempel am Sonntag war bei uns Chinesischlernen angesagt.

Sogar zum schriftlichen Test sind nicht alle Schüler pünktlich gekommen, bei mir in der Klasse kam einer zum Beispiel ganze 20 Minuten zu spät! Der Test an sich war relativ einfach, man hatte zuerst Multiple-Choice-Aufgaben, die sich auf die Grammatik der einzelnen Lektionen bezogen haben. Dann mussten wir in einen Lückentext mehrere angegebene Wörter in die richtige Reihenfolge bringen und als nächstes bei mehreren Sätzen entscheiden, ob sie richtig oder falsch sind. Die letzten beiden Aufgaben waren Schreibaufgaben. Bei der einen hatten wir Wörter oder bestimmte Satzkonstruktionen vorgegeben, mit denen wir einen Satz bilden sollten und zum Schluss durften wir uns eins von drei Themen aussuchen, zu dem wir 8 Sätze schreiben sollten. Für den Test hatten wir 110 Minuten Zeit, die meisten waren aber schon um einiges früher fertig.

Die mündliche Prüfung wurde mit jeweils zwei Schülern durchgeführt und sollte daraus bestehen, dass man ein paar Sätze vorliest, ein paar Fragen der Lehrerin beantwortet und ein Thema, welches man gezogen hat, 4-5 Minuten lang vorstellt. Die letzte Aufgabe hat uns bei der Vorbereitung am meisten beschäftigt, denn als wir die Themen im Unterricht besprochen haben, wurden vielleicht 4-5 Sätze zu je einem Thema gesagt und keine 4-5 Minuten darüber geredet! Aber da wir die Themen ja schon wussten, konnten wir uns wenigstens vorher Gedanken darüber machen und in der Prüfung sollten wir auch zehn Minuten Zeit zur Vorbereitung bekommen.

Als meine Prüfung begann war meine Mitschülerin, die die Prüfung mit mir machen sollte, noch nicht da. Ich sollte dann einfach anfangen mein Thema vorzubereiten. Meine Aufgabe war, mein Leben in Peking vorzustellen. Darüber bin ich ganz froh, denn ich hätte keine Lust gehabt, 5 Minuten über meinen Lieblingsschauspieler- oder Regisseur zu reden (dieses Thema gab es nämlich auch). Nach etwa 5 Minuten kam dann auch die andere Schülerin, die ebenfalls ihr Thema vorbereiten sollte. Nachdem meine zehn Minuten um waren, sollten wir nacheinander unsere Themen vorstellen. Ich habe es dann tatsächlich geschafft, etwa 5 Minuten darüber zu erzählen, wie mein Leben in Peking aussieht: wie ich angekommen bin, wo ich wohne, was ich besichtigt habe und noch werde, wie ich das Wetter finde (auch im Vergleich zu Deutschland), wie ich das Essen finde, usw. Anschließend sollten wir jeweils noch drei Fragen von unserem eigenen Thema an die andere Schülerin stellen. Da sie das Thema Chinesischlernen hatte, waren die Fragen für mich relativ einfach, schließlich spricht man im Unterricht ja sehr viel darüber, warum man Chinesisch lernt oder was man schwer findet.

 

Gestern war dann nur von 8 bis 10 Uhr Unterricht, da nachher noch weitere mündliche Prüfungen stattfanden. Von unsere Klasse mit 19 Schülern waren wir allerdings nur noch zu viert. Heute, am letzten Unterrichtstag, war ich sogar die Einzige! Ich habe mich dann zu Hannah in die Klasse gesetzt, in der sie zu zweit mit der Lehrerin einen Film geschaut haben. Die letzten beiden Stunden wurden dann einfach gestrichen, was mich dazu bringt, endlich mal wieder Zeit für Blogeinträge zu haben ;)

Um 12 Uhr findet ein Abschlussessen mit Zertifikatübergabe statt, ich bin mal gespannt, wie viele Schüler meiner Klasse dort sein werden.

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